Asyl im Paradies?
Ein internationaler Plakatwettbewerb zur Integration und Vielfalt
im Europa des 21. Jahrhunderts

Schirmherr: Dr. Gregor Gysi
Juryleitung: Götz Gramlich

Diese Wettbewerbsausschreibung erfolgt in einer Zeit der Krise. Sie enthält das Element der Gefahr, aber auch das der Chance. Sie kann als Herausforderung verstanden werden, die Entscheidungen erzwingt. Ob diese zu einer Bewährung der europäischen Idee führt oder zu deren Versagen, ist nicht zuletzt eine Frage des demokratischen Diskurses, des Agierens im öffentlichen Raum durch visuelle Botschaften. Dass die gegenwärtigen Flüchtlingsmengen die europäischen Staaten und Kommunen herausfordern, ist deutlich geworden. Die jetzige Situation wird von vielfältigen Ängsten geprägt. Dazu gehören die Angst vor „Überfremdung“ und die Stigmatisierung der als „anders“ Empfundenen. Dies ist nicht nur die Anzahl, sondern vor allem, was in den Köpfen der Menschen passiert.

Es ist in dieser Situation nicht abzusehen, ob die Zahl der Menschen, die in Europa Asyl, Lebensgrundlage und eine Perspektive finden, steigen wird, ob sie konstant bleibt oder ob sich europäische Länder nach außen oder sogar untereinander weiter abschotten werden. Sicher ist, dass sich Immigranten aus Kriegs- oder Katastrophenregionen in Zukunft mit verstärkten Ressentiments konfrontiert sehen oder ihre persönliche Gefährdung steigt.

Was kann das Plakat in dieser Zeit leisten? Angenommen, man steht an einer Bushaltestelle: Im Kopf die so inflationäre wie defizitäre Diskussion, die Instrumentalisierung der Ängste. Wir haben von Strömen gehört, von Lawinen des Fremden. Welche Plakate, welche Botschaften, der wir uns nicht durch Wegschauen oder Wegklicken entziehen können, oder die unser Denken, unseren Geist überraschen und erfrischen? Was ermutigt, nicht die Gefahr zu sehen, sondern die Chance?