GREEK REALITIES
EINE NEUE KÜNSTLERGENERATION IN GRIECHENLAND

22. November 1996 - 12. Januar 1997, Galerie im Marstall, Berlin

Christos Bouronikos
Nikos Charalambidis
Thalia Chioti
Savvas Christodoulides
Christina Dimitriadis
Yorgos Harvalias
Sophia Kosmaoglou
Dimitris Kozaris
Miltos Manetas
Angelos Papadimitriou
Maria Papadimitriou
Tassos Pavlopoulos
Thanassis Totsikas
Nikos Tranos

„Greek Realities“ wurde konzipiert als eine Ausstellung, die sich mit Identitätsfragen und -krisen in einer immer kleiner werdenden Welt beschäftigte. Vorgestellt wurden vierzehn Positionen zeitgenössischer griechischer Künstler. Besonders interessierte über die Ästhetik hinausgehend deren Haltung zur eigenen Kultur und gegenüber der internationalen Kunstszene. Eine Haltung, die in den Kunstwerken nachgespürt werden konnte. Das Besondere im Allgemeinen und das Allgemeine im Besonderen zu entdecken, ist die Grundlage jeder kulturellen Vermittlung in der sich globalisierenden Welt.
Unterstützt durch die „Stiftung für Griechische Kultur“, die seit 1995 in Berlin präsent ist, organisierte die STIFTUNG NEUE KULTUR „Greek Realities“.
Beispielweise bei der Betrachtung der Arbeiten von Thalia Chioti konnte an Rosemarie Trockel gedacht werden. Beide dringen mit ihren minimalistischen Strickarbeiten ironisch in die Kunstwelt ein. Neben einem internationalen Kontext stehen Thalia Chiotis Werke aber hintergründig in Bezug zur eigenen Herkunft. Denn sie bezieht sich auf die griechische Mythologie. Gedacht werden kann an den Hermaphroditen. Das was getrennt ist und doch zusammengehört drückt sich gleichermaßen in ihrer Serie „Gestures aus.

T
halia Chioti, „Gesture III“, 1994
Allen gezeigten Arbeiten lässt sich das typisch griechische nur bei genauem Studium abgewinnen. Zu sehr sind die Grundlagen der griechischen Kultur in die Kunst der gesamten westlichen Welt eingeflossen, als das wir sie nicht als unsere eigenen Traditionen wahrnehmen würden. Gerade im europäischen Kontext zeigt das umso mehr, wo unsere Wurzeln und Gemeinsamkeiten bei allen Unterschieden liegen können. Was anhand der Auseinandersetzung mit diesen griechischen Positionen letztendlich besonders deutlich in Erscheinung trat, ist jedoch von allgemeingültiger Bedeutung. Es ist immer wert, das Allgemeine im Besonderen und das Besondere im Allgemeinen zu suchen. Denn Mitgefühl entsteht erst dann, wenn wir etwas finden, das uns miteinander verbindet.
Die Ausstellung wurde dokumentiert im Katalog:
„GREEK REALITIES - eine neue Künstlergeneration in Griechenland“, Berlin, 1997.